Das Internet auf Kuba – Wlan, WiFi Hotspots, Intranet und Apps

Wie komme ich als Tourist ins Internet (Stand: März 2017)? Wer auch auf Kuba Reisen mit Freunden und Familie in Kontakt bleiben möchte, sollte sich vor dem Abflug nach Kuba auf eine kompliziertere Internetsituation als in den meisten anderen Ländern einstellen. Über das Internet auf Kuba ranken sich bis heute noch allerlei Mythen, was nicht zuletzt daran liegt, dass sich in den letzten Jahren viel getan hat und Informationen darüber entsprechend schnell veralten. Aus diesem Grund lohnt es, sich einen aktuellen Überblick über den Status des Internetzugangs auf Kuba zu verschaffen – vor allem um im Urlaub keine Zeit zu vergeuden und ärgerlichen Überraschungen vorzubeugen.

Das Internet auf Kuba: Der Stand der Dinge 2017

Noch im Jahr 2010 war Internet in Kuba eine äußerst kostspielige und mitunter frustrierende Angelegenheit. Touristen konnten Internetkarten für gesalzene Preise von bis zu 10 CUC (= US-Dollar) pro Stunde kaufen, die Verbindung an den wenigen Hotelcomputern war meist kaum schneller als zu Zeiten des Analogmodems. Privatanschlüsse gab es lediglich für einige Berufsgruppen wie Mediziner und Journalisten. Kuba war aufgrund von US-Sanktionen von den Unterseeleitungen der Region abgeschnitten, welche die Insel mit dem weltweiten Netz verbinden könnten. Das Land hing damals ausschließlich über Satellitenverbindungen am Netz, deren gesamte Bandbreite war vergleichbar mit einer DSL-versorgten Kleinstadt.

Dies änderte sich Anfang 2013 mit der Aktivierung des „ALBA-1“ Unterseekabels aus dem befreundeten Venezuela, welches die Bandbreite der Insel um den Faktor 2.000 vervielfachte. Im selben Jahr kündigte die staatliche Telefongesellschaft ETECSA die Reduzierung der Tarife auf 4,50 CUC pro Stunde und die Eröffnung zahlreicher Internetcafés an. Im Sommer 2015 erfolgte die Inbetriebnahme der ersten 22 WLAN oder WiFi-Hotspots, die seitdem wie Pilze aus dem Boden schießen. Bis heute existieren landesweit 327 öffentliche WiFi-Hotspots, davon 41 in der Hauptstadt Havanna. Die Preise wurden schrittweise gesenkt und liegen inzwischen bei 1,50 CUC pro Stunde (Stand: März 2017).

Die Regierung plant indes, den Zugang zum Internet auf Kuba massiv auszubauen. Derzeit läuft in der Altstadt von Havanna ein Pilotprojekt für private Anschlüsse in den eigenen vier Wänden, während auch der Ausbau des mobilen Datennetzes für Smartphones nicht mehr lange auf sich warten lassen dürfte. Kubaner mit Verträgen bei der Telefongesellschaft können bereits seit 2015 via Handy eMails verschicken und empfangen. In den kommenden Jahren sollen weitere staatliche Einrichtungen wie Schulen, Universitäten und Krankenhäuser mit Internet versorgt werden, während bis zum Ende dieses Jahres mehr als 50 neue WiFi-Hotspots allein in Havanna geschaffen werden sollen.

Wlan Kuba: WiFi-Hotspots & Internetcafés – So kommt man als Tourist ins Netz

Wer als Tourist ins Wlan auf Kuba möchte, hat dazu heute vielerorts Gelegenheit. Die meisten großen Hotels bieten WiFi-Bereiche, wo für den landesweit üblichen Tarif von 1,50 CUC pro Stunde gesurft werden kann. Darüber hinaus stehen in einigen Hotels auch Computer zu Verfügung, an denen man online gehen kann. Auf deren Verfügbarkeit sollte man sich jedoch nicht verlassen. Internetcafés mit Computern gibt es übrigens auch in den meisten ETECSA-Geschäften, allerdings muss man mitunter längere Wartezeiten in Kauf nehmen.

Besser ist es, mit dem eigenen Smartphone und / oder Laptop einzureisen und eine drahtlose Verbindung zu nutzen. In der Regel wird auch in den Hotels das WLAN von der staatlichen Telefongesellschaft ETECSA betrieben. Manche Hotels (z.B. Habana Libre oder Hotel Nacional) haben allerdings darüber hinaus noch eigene Netze, die mit 5-10 CUC pro Stunde zu Buche schlagen, aber auch über entsprechend höhere Geschwindigkeit (teilweise bis zu DLS 16.000-Niveau) verfügen – zumindest theoretisch. Manche günstig gelegenen Casa Particulares können ihren Gästen inzwischen auch Zugang „von zu Hause aus“ anbieten. Dies ist jedoch halblegal und äußerst selten – meistens muss man sich als nicht-Hotelgast tatsächlich physisch bewegen, wenn man „online gehen“ will. Man kann als Tourist auch in Hotels surfen, in denen man nicht selbst einquartiert ist. Die „Hausordnung“ ist jedoch immer verschieden, mancherorts gibt es einen Mindestverzehr.

Wer sich nicht in die Lobby eines Hotels setzen oder vor dem ETECSA-Büro auf einen freien Computerplatz warten möchte, kann einen von derzeit 327 öffentlichen WiFi-Hotspots nutzen, an denen jeden Tag mehr als 250.000 Kubaner online gehen. Sie sind heute die meistgenutzte Form des Internetzugangs auf der Insel. Die benötigten Karten werden in verschiedenen Kontingenten (30 Minuten bis 5 Stunden) verkauft, die gebräuchlichsten sind die á 1 Stunde für 1,50 CUC. Die Karten (span. „tarjeta“) sind landesweit nutzbar aber nicht immer leicht erhältlich, am besten kauft man einige im Voraus. Man kann sie an vielen Hotellobbys sowie in ETECSA-Geschäften und kleineren Straßenständen („Telepunto“) für den offiziellen Preis erwerben. Auf der Straße wird man vielerorts an belebten Punkten Leuten begegnen, die mit einem flüchtig gezischten „WiFi!“ oder „Internet! Internetcard!“ versuchen, die Karten mit rund 1 CUC Preisaufschlag teurer weiterzuverkaufen. Diese „revendedores“ (span. für Wiederverkäufer) versuchen die Faulheit der Leute beim Schlange stehen auszunutzen und sind zudem meist auch außerhalb der regulären Öffnungszeiten unterwegs.

Nach Erwerb einer „Nauta“-Karte, wie der Internetservice von ETECSA genannt wird, verbindet man sich mit dem Netz „WIFI_ETECSA“. Das Smartphone bzw. der Laptop sollte nun automatisch die Loginmaske des Telefonanbieters öffnen, bei der man sich mit den freizurubbelnden Zugangsdaten anmelden kann. Nach dem ersten Login ist die Karte 30 Tage gültig. Sie kann mehrfach benutzt werden und muss nicht am Stück konsumiert werden. Über die Seite „1.1.1.1“ gelangt man im Zweifelsfall wieder zur Logout-Maske („cerrar sesión“), um die Sitzung zu beenden. Die Verbindung wird aber nach einiger Zeit auch automatisch getrennt, wenn man sich aus dem WLAN ausloggt.

Das Internet auf Kuba ist noch immer um einiges langsamer als bei uns, wobei die verfügbare Bandbreite örtlich und zeitlich bedingt stark schwanken kann. An den WiFi-Hotspots verbinden sich häufig viele Menschen gleichzeitig, so dass die Verbindung zu Stoßzeiten regelmäßig in die Knie geht, während man in guten Momenten mit bis zu 100 kb/s Downstream rechnen kann. An manchen Orten (z.B. Hotel Capri in Havanna) sind Geschwindigkeiten von bis zu 400 kb/s Downstream möglich.

 

Wichtige Hinweise!

  • Wlan Kuba Login: Falls es beim Login ins „WIFI_ETECSA“ zu Problemen kommt, sollte man darauf achten, eventuelle Sicherheitshinweise („abgelaufenes Zertifikat“, etc.) zu bestätigen! Öffnet sich die Loginmaske nicht automatisch, kann man versuchen die Seite https://www.portalwifi.nauta.cu/index.php manuell zu öffnen. Kommt es danach immer noch zu Problemen, sollte man überprüfen ob die DHCP-Dienste des Geräts aktiviert und eventuelle Proxyserver deaktiviert sind. Im Zweifelsfall das WLAN kurz ausschalten, den eigenen Standort wechseln und erneut versuchen.
  • Das Internet auf Kuba ist weitgehend unzensiert. Facebook, Wikipedia, Google, WhatsApp und andere Dienste lassen sich problemlos nutzen. Skype hingegen funktioniert auf Kuba nicht. Als Alternative für Videoanrufe kann man sich die kostenlose App „IMO“ herunterladen, welche auch von den meisten Kubanern für diesen Zweck benutzt wird.
  • Beim Aufladen elektronischer Geräte in Kuba macht es Sinn, neben dem normalen US-Steckdosenadapter auch einen Adapter für Überspannungsschutz mitzunehmen, da Spannungsschwankungen des Stromnetzes auf Kuba schon so manchen Akku beschädigt haben.

 

Wo finde ich WiFi-Hotspots auf Kuba?

  • Auf der Webseite der Telefongesellschaft ETECSA ist eine ständig aktualisierte Liste mit allen öffentlichen Hotspots verfügbar. Landesweit gibt es derzeit 327 Hotspots, die meisten in den Provinzen Havanna (41), Granma (34) und Pinar del Río (32). In fast jeder größeren Gemeinde und in jeder Provinzhauptstadt des Landes findet sich mindestens ein Zugangspunkt, meistens auf einem belebten Platz oder Boulevard. Man erkennt diese Orte an der höheren Dichte kubanischer Smartphone-Nutzer. Im Zweifelsfall einfach fragen: „¿Hay conexión (WiFi / Internet) aquí?“. Darüber hinaus bieten auch alle internationalen Flughäfen des Landes sowie das Messegelände ExpoCuba in Havanna öffentliche WiFi-Hotspots an.
  • In Viñales bekommt man am einfachsten im zentralen Parque José Martí ins Internet. Die ETECSA-Filiale in der Nähe verkauft Karten und bietet einige Computer. Ein weiterer Hotspots befindet sich bei der Cafeteria La Cubanita.
  • Wer sich in Varadero aufhält, findet über die Hotels am besten Zugang zum Kuba Internet. Die benachbarte Provinzhauptstadt Matanzas kann mit acht Hotspots aufwarten. Praktisch alle zentralen Parks sind dort mit WiFi versorgt.
  • In Trinidad kann man sich derzeit im Parque Céspedes sowie in der Gegend der Casa de la Música ins Netz einloggen. 

Mit dem Smartphone ohne Internet – nützliche Apps für den Kuba-Urlaub

Trotz der immer besseren Versorgung mit WiFi-Hotspots gibt es für Touristen auf Kuba noch immer kein mobiles Datennetz. Zwar lassen sich dank Roaming-Abkommen mit Telekom und Co. zu entsprechenden Gebühren problemlos Anrufe tätigen sowie SMS empfangen und versenden, mobile Daten sind jedoch bisher nicht nutzbar. Aus diesem Grund wird ein guter Teil der Smartphone-Funktionalität auf Kuba ausfallen und z.B. die Orientierung mit Google Maps unmöglich.

Abhilfe schaffen hier einige hervorragende und kostenlose offline-Apps, die man vor Reiseantritt auf dem Smartphone installieren kann. Alle genannten Apps gibt es sowohl für Android als auch iOS.

  • Die kostenlose und werbefreie Kartenlösung „maps.me“ bietet weltweite offline-Karten mit Navigationsfunktion auf Basis der freien Kartendatenbank OpenStreetMaps. Die Kuba-Karte ist rund 40 MB groß und sollte vor der Reise aus der App heraus heruntergeladen werden (unteres rechtes Menü → Karten herunterladen). Sie ist in ihrer Qualität den Google-Karten von Kuba meist überlegen (Beispiel Havanna). Tipp: Aus der App heraus lässt sich auch nach WiFi-Hotspots suchen (Lupensymbol → Kategorien → WLAN).
  • Wer nicht gerade fließendes Spanisch spricht, sollte unbedingt die entsprechenden Sprachdatenbanken für die App „Google Übersetzer“ herunterladen (linker Menürand → Offline-Übersetzung). So lässt sich dieser auch ohne Internetzugang nutzen. Neben einzelnen Wörtern kann er auch weiterhin ganze Sätze übersetzen.
  • Mit der kostenlosen App „IMO“ kann man sowohl auf dem Handy als auch vom Laptop aus mit Freunden und Verwandten per Videochat in Kontakt bleiben. Skype funktioniert in Kuba nämlich nicht, WhatsApp hingegen schon.
  • Die auf Kuba entwickelte App „AlaMesa“ (deutsch: zu Tisch) bietet einen guten Überblick über Restaurants und Gastronomie auf der Insel.

Tipp: Wer auf Kuba plötzlich merkt, dass er eine SD-Karte, ein Aux-Kabel, Kopfhörer oder ähnliches braucht, kann sich an eine der zahlreichen „Handy-Kliniken“ wenden, die auf privater Basis in jeder größeren Stadt arbeiten. Man erkennt sie meist an Schildern wie „Taller de celulares“ oder großen Handylogos. Sie bieten neben Reparaturdienstleistungen auch den Verkauf von Smartphones, Software und allerlei Zubehör an.

 

Lokale Infos nutzen – Kubas Intranet

Obwohl – oder gerade weil – Kubas Zugang zum weltweiten Netz lange Zeit durch ein dünnes Nadelöhr verlief hat sich auf der Insel selbst ein eigenes Intranet formiert, welches heute mit zahlreichen Informationen aufwarten kann. Jede .cu-Domain kann vom kubanischen Intranet, welches vor allem an Forschungseinrichtungen und Universitäten verbreitet ist, abgerufen werden. Praktisch alle wichtigen Zeitungen und Institutionen haben einen Netzauftritt. Folgende Seiten sind dabei auch für Touristen von Interesse:

  • viazul.com Webseite des Busanbieters Víazul mit aktuellen Fahrplänen und Preisen
  • etecsa.cu Webseite des Telefonanbieters ETECSA mit aktuellen Informationen zu Internet auf Kuba, Telefonie, Angeboten und Preisen
  • granma.cu Webseite der größten Tageszeitung Granma (auch auf Deutsch, Französisch und Englisch verfügbar)
  • acn.cu Webseite der Nachrichtenagentur ACN (auch auf Englisch verfügbar)
  • lapapeleta.cult.cu Veranstaltungskalender mit Konzerten, Kultur und Nachtleben
  • paginasamarillas.cu Gelbe Seiten
  • ecured.cu Kubanische Enzyklopädie EcuRed mit vielen landeskundlichen Informationen
  • campismopopular.cu Webseite der Campingplätze (mit Karte)
  • met.inf.cu Meteorologisches Institut mit aktuellen Wetterinfos und Warnungen
  • gacetaoficial.gob.cu Webseite der Gesetzesgazette
  • aduana.gob.cu Webseite des kubanischen Zolls (auch auf Englisch verfügbar)