Transport auf Kuba

Ob mit dem Bus, dem Mietwagen oder mit dem Zug – es gibt viele Möglichkeiten, Kuba zu bereisen. Je nach Geldbeutel sollte man dabei unterschiedliche Erwartungen an Reisezeit und Komfort stellen. Oft läuft es auf eine Kombination verschiedener Möglichkeiten hinaus, da nicht jede Option immer verfügbar bzw. sinnvoll ist. Egal für welchen Weg man sich am Ende entscheidet, man sollte sich bereits im Vorfeld mit Stadtplänen und Kartenmaterial (auch in digitaler Form) eindecken und sich so einen Überblick über das schachbrettartige System der Straßennamen verschaffen.

Transport Kuba Reisen

Mietwagen Kuba

Am flexibelsten ist man sicherlich in einem Mietwagen auf Kuba unterwegs. Die Preise beginnen ab ca. 50 CUC pro Tag (inklusive Versicherung), können in der Hochsaison aber auch mal bei 80 CUC anfangen. Am besten reserviert man einen Mietwagen vorher im Internet, wo es zahlreiche Angebote gibt. Der größte staatliche Anbieter „Cubatur“ unterhält Zweigstellen in den meisten Städten. In Havanna unter anderem in der Calle J und 19 in Vedado sowie am Plaza de San Francisco in Habana Vieja. Große Hotels können zudem meist Auskunft geben und vermitteln Autos von Cubatur und Transtur.

Kuba verfügt über ein gut ausgebautes Straßen- und Tankstellennetz, das auch ländliche Gegenden erschließt. Die vierspurige Hauptautobahn 1 wurde in den 1980er Jahren mit sowjetischer Hilfe errichtet und ist trotz des gestiegenen Verkehrsaufkommens noch immer chronisch unterfordert. Sie verbindet Havanna mit dem Ostteil des Landes, ab Sancti Spíritus mündet sie jedoch in eine Landstraße. Auf der Autobahn kann man mit einer Reisegeschwindigkeit von 100 km/h rechnen. Das ist auch die offiziell erlaubte Höchstgeschwindigkeit. Wichtig: Alle paar Kilometer trifft man auf einen Polizeiposten unter einer Brücke, hier sollte man es den Kubanern gleichtun und etwas runter vom Gas gehen. In der Regel kann man jedoch mit 60 bis 70 km/h vorbeiziehen.

In Ostkuba und auf dem Land sind die Straßen tendenziell schlechter. Auf manchen Landstraßen kommt man aufgrund der Schlaglöcher mit maximal 30 km/h voran, insbesondere die Straßen der Nordküste zwischen Banes, Moa und Baracoa wurden nach mehreren Verwüstungen durch Hurricanes noch immer nicht ausgebessert. Nachts muss man besonders vorsichtig sein, da man in der Dunkelheit noch häufiger als sonst Menschen, Tieren, Schlaglöchern und anderen Gefahren auf der Straße begegnet.

Will man Kuba mit dem Auto erkunden, sollte man sich vorher bereits Gedanken um die Navigation machen. Detaillierte Straßenkarten sind auf Kuba praktisch unbekannt und auch Schilder sind eher rar gesät, weshalb man sich vorher mit einer Karte bzw. einer entsprechenden App fürs Handy versorgen sollte. Gut geeignet ist hier z.B. die kostenlose AppMaps.me“, die auf OpenStreetMaps basiert und den Download der Karte samt Routenführung für die offline-Nutzung ermöglicht.

Mietwagen Kuba

Die Mitnahme von Anhaltern ist grundsätzlich möglich und auch wünschenswert, da man damit einen Beitrag zur Verbesserung der noch immer angespannten Transportsituation leisten kann. Zudem erhält man so oft wertvolle Tipps von Einheimischen. Dennoch ist eine gewisse Vorsicht angesagt. Zwar droht keine Gefahr für Leib und Leben, aber einige junge „Jineteros“ (span. für Schlepper) haben es sich zur Angewohnheit gemacht, in Touristen-Mietwägen mitgenommen zu werden um dem Fahrer dann entweder eine bessere Unterkunft zu zeigen (für deren Vermittlung sie selbstverständlich eine Kommission kassieren) oder mit sonstigen ökonomischen Hintergedanken an das Geld der Touristen zu kommen. In der Regel wird man diese Zeitgenossen mit deutlichen Worten schnell wieder los. Grundsätzlich darf man nicht vergessen, dass das Nummernschild eines Mietwagens weithin ersichtlich den eigenen Status als Tourist offenbart, was sich auch negativ auf die Preise von Casas, Restaurants und anderen Dienstleistungen auswirken kann.

Fernbus

Die staatliche Busgesellschaft „Víazul“ unterhält ein dichtes Netz an Fernbussen, mit denen sich alle größeren Städte erreichen lassen. Oft gibt es mehrere Verbindungen pro Tag. Die modernen Busse stammen vom chinesischen Hersteller „Yutong“ und werden seit gut zehn Jahren importiert. Sie sind klimatisiert und verfügen manchmal sogar über eine funktionierende Bordtoilette. Die Klimaanlage neigt jedoch bei fast allen Modellen in einen Tiefkühlmodus zu verfallen, weshalb man einen Víazul-Bus grundsätzlich immer mindestens mit langen Hosen und langärmligem Oberteil betreten sollte.

Während der Fahrt machen die Busse regelmäßig Pausen an Rasthöfen, wo man für einige CUC kreolische Mahlzeiten bekommt und sich mit Snacks ausstatten kann. Das Angebot schwankt jedoch stark, weshalb man sich bereits vor der Fahrt mit ausreichend Nahrung, Wasser und besagten langärmligen Kleidungsstücken ausstatten sollte.

Tickets sollte man am besten am Vortag kaufen, spätestens jedoch eine Stunde vor der Abfahrt. Auch wenn die Tickets bereits gekauft sind sollte man mindestens eine halbe Stunde vor Abfahrt im Terminal erscheinen. Der Víazul-Busbahnhof von Havanna befindet sich in der Av. 26 y Zoológico in Nuevo Vedado. Fahrpläne und Preise sind online abrufbar unter www.viazul.com

Neben Víazul existiert mit Astro eine weitere staatliche Busgesellschaft. Diese bietet praktisch den selben Komfort für einen Bruchteil der Víazul-Preise. Diese Art von Transport auf Kuba ist allerdings nur von Kubanern nutzbar, Tickets kann man nicht selber kaufen und sind auch nicht übertragbar.

Transport Kuba – Standard der Víazul Haltestelle:

 

Einige Preisbeispiele (Stand: September 2016)

La Habana → Viñales (180km)
Täglich ab 8.40h und 14h. Reisedauer: ca. 3h 30min. Preis: 12 CUC.

La Habana → Trinidad (315km)
Täglich ab 7h, 10.45h und 14.15h. Reisedauer: ca. 6h 30 min. Preis: 25 CUC.

La Habana → Santiago de Cuba (880km)
Täglich ab 0:30h, 6:30h und 15h. Reisedauer: ca. 13 bis 16 Stunden. Preis: 51 CUC.

Colectivo-Taxis

Sammeltaxis gibt es in Kuba nicht nur im Stadtverkehr, sondern auch für die Langstrecke. Sie verbinden alle größeren und kleineren Städte des Landes und befinden sich meist in der Nähe des Busterminals. In Havanna starten die meisten Kollektiv-Taxis vom Astro-Busbahnhof, der in der Nähe des Revolutionsplatzes liegt. Auch vor dem Terminal Villanueva am Südzipfel der Altstadt fahren Sammeltaxis.

Direkt vor dem Terminal warten die Fahrer auf ihre Kundschaft. Am schnellsten startet man, wenn bereits am frühen Morgen aufkreuzt. Allerdings kommt man in der Regel auch noch Nachmittags vom Fleck, dann muss man jedoch mit gut einer Stunde Wartezeit rechnen. Die Preise hängen von der Anzahl der Fahrgäste ab und sind vergleichbar mit denen von Víazul. Als Komfort-Extra bieten die Taxifahrer in der Regel an, den Gast bis zum Hotel bzw. Casa-Eingang zu fahren. Auch hier gilt: Immer erst nach dem Preis fragen, Preise vergleichen und vor Fahrtantritt ein „Gesamtpaket“ aushandeln!

Position Astro-Terminal:

 

Mit dem Zug durch Kuba

Zugfahrten in Kuba sind immer besondere Erlebnisse. Und das nicht nur, weil es mitunter schwierig ist einen Platz zu bekommen. Bereits seit 1837 unterhält Kuba ein eigenes Eisenbahnnetz, noch vor der spanischen Kolonialmacht. Und obwohl auch die Eisenbahn mit der „Sonderperiode“ der 1990er Jahre Federn lassen musste, lassen sich heute noch immer fast alle größeren Städte mit dem Zug erreichen.

In Havanna kann man im Terminal „La Coubre“ an ein Ticket kommen, allerdings sollte man sich bereits frühzeitig darum kümmern. Die Fahrpläne schwanken stark und längere Wartezeiten müssen in Kauf genommen werden. Manche Züge verkehren nur jeden 2. oder 3. Tag. Mit Reisegeschwindigkeiten von 60 bis 80 km/h sieht man das Land von einer entschleunigten Seite und hat unterwegs die Möglichkeit, nette Bekanntschaften zu machen. Die Reisedauer von Havanna nach Santiago beträgt bis zu 16 Stunden, die Preise sind für Touristen vergleichbar mit Víazul.

Position La Coubre:

 
Mit dem Hershey-Train verfügt Kuba über die einzige elektrische Eisenbahn der Karibik. Die einst zur Zuckerrohrernte eingesetzten Loks verkehren heute als Passagierzüge zwischen Havanna und Matanzas. Der Zug startet drei mal Täglich in Havanna bzw. Matanzas. Die Fahrt kostet etwa 3 CUC und dauert gut 5 Stunden.

Abenteuerlicher Kuba Transport: Camiones

Sehr rustikal, aber günstig reist man mit den „Camiones“ durchs Land. Dabei handelt es sich um umgebaute Trucks mit Passagieraufbauten. Die meisten verfügen über ein Dach und Sitzplätze. Das war‘s aber auch schon, was den Komfort angeht. Dennoch sind die Camiones im Preis-Leistungsverhältnis ungeschlagen. Für weniger als 3 CUC kommt man von Havanna aus nach Pinar del Río, für gute 10 CUC sogar bis nach Santiago de Cuba.

In der Regel starten die Camiones zusammen mit den Colectivo-Taxis in der Nähe des Busbahnhhofs der jeweiligen Stadt. In Havanna sind die Startpunkte jedoch weitflächig verteilt. Camiones nach Westen starten in der Nähe der Autobahnauffahrt bei der Calle 100, Camiones nach Ostkuba starten vom Terminal Villanueva, wo auch Astro-Busse und Colectivo-Taxis in die selbe Richtung fahren.

Flüge

Die beiden staatlichen Fluggesellschaften „Cubana de Aviacíon“ und „Aerocaribbean“ bieten Tickets für Inlandsflüge an. Von Havanna aus kommt man für gut 130 CUC nach Santiago de Cuba, die Flugzeit beträgt etwa eine Stunde. Die Tickets kauft man am besten in den jeweiligen Büros der Fluggesellschaften, z.B. in der Nähe des Hotel Nacional auf der Calle 23. Auch hier sollte man sich möglichst frühzeitig über Preise und Verfügbarkeit informieren, insbesondere in den Wintermonaten und in der Hochsaison im Sommer können die Ticketkontingente knapp werden.

Fahrrad und Roller

Insbesondere in ländlichen Gegenden macht es Sinn, sich für einige Tage ein Fahrrad oder einen Motorroller auszuleihen um die Umgebung zu erkunden. Hierzu erkundigt man sich am besten in der Casa bzw. der Hotelrezeption. Das Mieten eines Motorrollers ist in der Regel problemlos möglich und kostet ungefähr 20 CUC am Tag, Fahrräder gibt es in manchen Casas ab 5 CUC pro Tag. Das war alles wissenswerte zu Transport auf Kuba – gute Reise!