Santa Clara

Santa Clara auf Kuba besuchen die meisten Menschen wohl wegen dem bekanntesten Revolutionär Lateinamerikas – Ernesto „Ché“ Guevara. Hier ist der Mann, der die kubanische Geschichte entscheidend verändernde in einem Mausoleum zusammen mit anderen gefallenen Revolutionären begraben. Ein Muss für jeden, den die Weltgeschichte interessiert! Dabei bietet die 250.000 Einwohner-Stadt am Fuße des Escambray-Gebirges noch so viel mehr, was sie zu einem lohnenswerten Aufenthalt bei allen Kuba Reisen macht. 

Santa Clara Che
Santa Clara & Ché Guevara

Santa Clara ist neben ihrer geschichtlichen Bedeutung nämlich vor allem für ihre belebte Jugendszene bekannt. Die Universidad Central Marta Abreu ist neben den beiden großen Universitäten von Havanna eine der renommiertesten Bildungseinrichtungen des Landes. Auch der aktuelle Vizepräsident und potentielle Castro-Nachfolger Miguel Díaz-Canel studierte einst hier, bis er später selbst zu den Dozenten der Einrichtung gehörte.

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Wie in vielen Universitätsstädten verfügt auch Santa Clara über ein quirliges Kulturleben. Von Tanzclubs über Konzerte bis hin zum alljährlichen Metal-Festival im Oktober bietet Santa Clara eine der dynamischsten Kulturszenen der Insel eine feste Heimat. Im Unterschied zu klassischen Touristenorten wie dem benachbarten Trinidad, wird der Nachleben hier primär für und von Einheimischen gestaltet. Das gepflegte Stadtzentrum lädt dennoch auch ausländische Besucher zum gemütlichen verweilen ein, von denen die meisten jedoch ausschließlich aufgrund der Historie und der zentralen Lage des Ortes hier einen Zwischenstopp einlegen – Zu Unrecht, bietet doch Santa Clara eine hervorragende Gelegenheit, Kuba und seine Kultur besser kennen zu lernen.

Wissenswertes

Die Stadtgeschichte von Santa Clara begann bereits im Jahr 1689, als einige Bewohner der nahegelegenen Küstenstadt Remedios aufgrund ständiger Piratenangriffe Richtung landeinwärts eine neue Siedlung gründeten. Nach anderen Quellen waren es auch ökonomische Gründe, welche die Gründerfamilien zum Umzug bewegten.

Im Laufe des 18. Jahrhunderts wuchs die Einwohnerzahl Santa Claras rasant an, vor allem die Landwirtschaft und die Viehzucht beschertem den Örtchen ein stetiges Bevölkerungswachstum. Mit dem Ende des zehnjährigen Krieges gegen die spanische Krone im Jahr 1878 erhielt Santa Clara schließlich zusammen mit dem Stadtrecht auch gleich den Status als Hauptstadt der  Provinz Las Villas.

Nach dem ersten Weltkrieg zog es viele spanische Einwanderer in die Stadt. Neben der Zuckerwirtschaft erlebte leider auch der Rassismus und die Rassensegretation in diesen Jahren einen regen Aufschwung.  In den Jahren des zweiten Weltkriegs bis zur kubanischen Revolution wuchs Santa Clara aufgrund der guten Infrastruktur (direkte Eisenbahnverbindung mit Havanna) zu einem kleinen aber wichtigen Industriezentrum heran. Im Jahr 1952 wurde die nach der Philantropin und Unabhängigkeitskämpferin „Marta Abreu“ benannte Universität gegründet.

Im Jahr 1957 feierte Che Guevara hier seinen größten Sieg, als er mit nur 150 Mann die Stadt einnahm und die letzte Versorgungslinie Batistas unterbrach indem er einen Zug zum Stillstand brachte.

Dieser Sieg war nicht nur der größte militärische Erfolg des Che, sondern verhalf auch der kubanischen Revolution zu ihrem entscheidenden Durchbruch. Aus diesem Grund wurde in Santa Clara das größte Monument zu seinen Ehren enthüllt, wo auch seine sterblichen Überreste bestattet sind.

Mit dem Sieg der Revolution am 1. Januar 1959 hielt auch in Santa Clara eine neue Zeit Einzug. Nach der Enteignung der Coca-Cola-Fabrik wurden hier auch wichtige neue Industrien geschaffen. So zählt Santa Clara heute zu den wichtigsten Zentren für Radio- und Fernsehtechnik im Land, außerdem spielt der Tourismus nicht zuletzt auch aufgrund der Inseln entlang der Nordküste für die gesamte Provinz eine wichtige Rolle.


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Den Ruf als liberale Kulturstadt hat Santa Clara nicht zuletzt aufgrund der Entwicklung in den 1990er Jahren erhalten. Damals sorgte der heutige Vizepräsident Miguel Díaz-Canel als Provinzssekretär für die nötige Rückendeckung, als der erste offen homosexuelle Nachtclub Kubas, „Club Mejunje“, hier eröffnet wurde. Auch andere Kulturveranstaltungen wie das alljährliche Metal-Festival haben sich hier einen festen Platz erobert.

Anreisen

Santa Clara liegt knapp 300 Kilometer südöstlich von Havanna und ist gut an die Hauptautobahn und den Schienenverkehr angebunden. Die Stadt kann auf verschiedenen Wegen erreicht werden.

Mit dem Bus: Die Buslinien Víazul fährt startet dreimal täglich von Havanna aus nach Santiago de Cuba, der Halt in Santa Clara erfolgt nach knapp vier Stunden. Zudem gibt zweimal täglich (um 8:40 Uhr morgens und 19:45 Uhr Abends) eine Direktverbindung von Havanna aus. Genau wie die anderen Verbindungen dauert auch diese rund vier Stunden und kostet 18 CUC.

Weiter bestehen Verbindungen zwischen Santa Clara und Varadero (ca. 3 Stunden, 11 CUC); Santa Clara und Cienfuegos (ca. 1,5 Stunden, 6 CUC)  und Trinidad (ca. 3 Stunden, 8 CUC).

Mit dem Zug: von Havanna aus wird Santa Clara mindestens zweimal täglich angefahren. Die Reisedauer beträgt etwa 5 bis 7 Stunden. Von Santiago de Cuba aus erreicht man Santa Clara ebenfalls mit dem Zug, der frühmorgens startet und etwa 13 Stunden braucht.

Mit dem Mietwagen: Selbstfahrer werden die (für kubanische Verhältnisse) guten Straßen von Havanna aus auf der zentralen Autobahn begrüßen. Santa Clara verfügt über einen eigenen Stadtring und ist mit dem Mietwagen sehr leicht zu erreichen.

Sehenswürdigkeiten von Santa Clara

  • Das Monumento y Memorial Ernesto Che Guevara zählt jedes Jahr hunderttausende Besucher. Das direkt am Revolutionsplatz, etwas außerhalb des Stadtzentrums gelegene Mausoleum beherbergt die sterblichen Überreste des argentischen Revolutionärs, welche im Jahr 1997 in einer feierlichen Zeremonie hier bestattet wurden. Das kostenfreie Museum zeigt Ausrüstungsgegenstände und Fotos aus der Zeit der Guerilla. Hinter dem Mausoleum befindet sich der Heldenfriedhof für die in Bolivien gefallen Mitstreiter des „guerillero heróico“.

Kuba Santa Clara

Der riesige Komplex mit Bronzestatue des Revolutionärs zählt zu den eindrucksvollsten Monumenten Lateinamerikas und wurde im Jahr 1988 eröffnet. Die Zum 50. Todestag des „Che“ im Jahr 2017 wurde die Anlage aufwändig saniert.

  • Die Catedral Santa Clara de Asís wurde im Jahr 1923 errichtet und zählt zu den schönsten neogotischen Prachtbauten der Insel. Ihre großen Glasfenster und die Marienstatue gelten als architektonisches Highlight der Kirche.
  • Im Monumento al tren blindado wird die Geschichte der Schlacht um Santa Clara im Jahr 1957 nachgezeichnet. Die Schlacht, welche Che Guevara zusammen mit nur 150 Mitstreitern für sich entscheiden konnte, verhalt der kubanischen Revolution bald zu ihrem Sieg. Der gepanzerte Truppentransport, der von den Revolutionären zum Entgleisen gebracht, kann hier als Denkmal besichtigt werden.
  • Wer noch nicht genug von Che Guevara hat, sollte sich unbedingt auch die Skulptur Estatua Che y el Niño ansehen, die direkt vor dem lokalen Parteibüro in der Calle San Cristóbal gelegen ist. Die liebevoll gestaltete Statue zeigt Che Guevara mit einem Baby auf dem Arm und ist vor allem aufgrund ihrer vielen kleinen Details und metaphorischen Miniaturdarstellungen bekannt.
  • Die autofreie Fussgängerzone um den Parque Vidal lädt mit ihren Bars und Restaurants zum gemütlichen Flanieren auch bei Nacht ein.
  • Die Fábrica de Tabacos Constantino Pérez Carrodegua zählt zu den besten Zigarrenmanufakturen Kubas – auch wenn die Führungen im Vergleich zu Havanna etwas kürzer sind, lohnt sich ein Besuch nicht zuletzt auch aufgrund der guten Auswahl an heimischen Marken.

Kultur und Nachleben

  • Der Club Mejunje (Calle Marta Abreu No #12, e/ J.B. Zayas y Alemán) ist nicht nur für seine jeden Samstag stattfindenden Transvestitshows bekannt, sondern bietet einem breiten Publikum jede Menge Unterhaltung. Hier trifft sich die lokoale Kulturszene zu Umtrunk und Tanz.
  • Das Kabarett El Bosque (Carretera Central y Calle 1) lockt von Mittwoch bis Sonntag vor allem Fans von Tanzvorführungen an.
  • Das altehrwürdige Teatro La Caridad in der Nähe des Parque Vidal zählt zu den schönsten Theatern der Insel. Auch wenn die wenigsten Touristen gezielt eine Vorstellung aufsuchen dürften, lohnt sich die Besichtigung allein der Architektur wegen.

In der Umgebung von Santa Clara

Das kubanische Remedios mit seinen gut erhaltenen Kolonialstilhäusern und einladenden Restaurants und Bars liegt ca. 40 Km nordöstlich von Santa Clara. Der schöne Ort muss sich vor Trinidad nicht verstecken, und ziehen noch keine Massen von Touristen an wie sein „großer Bruder“ Trinidad.

Zudem liegt Remedios aus auf dem Weg zu den Traumstrände der beiden Inseln Las Brujas und Santa María. Cayo Santa María ist ein Inselparadies sondergleichen, und besticht mit türkisblauem Wasser und weißen Sandstränden.

Auch wenn sich hier wegen der Festlandverbindung über eine Lange „Brücke“ schon seit über 10 Jahren einiges tut in Sachen Infrastruktur, Hotels und Touristen ist der Besuch der insgesamt 13 Kilometer Strand eine Überlegung wert!

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